📖 Methodenguide Sprache & Kommunikation Für Lehrkräfte

Schreibkonferenz: Peer-Feedback-Methode

Methodenguide für strukturiertes Peer-Feedback beim Schreiben — mit klaren Feedbackregeln, Leitfragen und einem Ablaufplan für die Schreibkonferenz.

KI-Kontext

Schülerinnen und Schüler sollen menschliches Feedback geben und empfangen — das kann KI nicht ersetzen. KI-Korrekturtools dürfen erst NACH der Schreibkonferenz eingesetzt werden, um Feedback mit automatischer Korrektur zu vergleichen. So werden beide Perspektiven genutzt.

Geförderte Kompetenzen

  • Konstruktives Feedback formulieren
  • Eigene Texte kritisch überarbeiten
  • Feedbackregeln einhalten
  • Texte kriterienbasiert beurteilen
  • Überarbeitungsentscheidungen begründen

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Überblick für Lehrkräfte

Die Schreibkonferenz ist eine der wirkungsvollsten Methoden zur Textüberarbeitung — wenn sie strukturiert durchgeführt wird. Dieser Guide liefert einen erprobten Ablaufplan, Feedbackregeln und Leitfragen für verschiedene Textsorten.

Warum Peer-Feedback statt KI-Korrektur?

KI-Tools korrigieren Grammatik und Stil effizient. Aber sie können nicht sagen: „An dieser Stelle habe ich als Leser den Faden verloren” oder „Dieses Beispiel überzeugt mich nicht”. Menschliches Feedback erfasst die Wirkung eines Textes — und genau darum geht es in der Schreibkonferenz.

Ablauf einer Schreibkonferenz (45 Min.)

Phase 1: Vorbereitung (5 Min.)

  • Autor liest den eigenen Text still durch
  • Markiert Stellen, bei denen er/sie unsicher ist
  • Formuliert 1–2 gezielte Fragen an die Feedbackgruppe

Phase 2: Vorlesen (5 Min.)

  • Autor liest den Text laut vor
  • Feedbackgeber hören zu, machen sich Notizen
  • Regel: Während des Vorlesens kein Kommentar

Phase 3: Erste Reaktion (5 Min.)

  • Feedbackgeber sagen, was ihnen aufgefallen ist
  • Nur positive Aspekte in dieser Phase!
  • Formulierung: „Mir ist aufgefallen, dass…” / „Besonders gelungen finde ich…”

Phase 4: Vertieftes Feedback (15 Min.)

  • Feedbackgeber arbeiten mit den Leitfragen (siehe unten)
  • Formulierung: „An dieser Stelle war ich als Leser… (verwirrt/überrascht/überzeugt)”
  • Keine Bewertung („gut”/„schlecht”), sondern Wirkungsbeschreibung

Phase 5: Rückfragen (5 Min.)

  • Autor stellt die vorbereiteten Fragen
  • Feedbackgeber antworten konkret

Phase 6: Überarbeitungsplan (10 Min.)

  • Autor entscheidet allein, welches Feedback umgesetzt wird
  • Erstellt einen kurzen Überarbeitungsplan (3–5 Punkte)

Leitfragen für verschiedene Textsorten

Erzählende Texte

  • Konnte ich mir die Szene vorstellen?
  • An welcher Stelle war die Spannung am höchsten?
  • Wirken die Figuren lebendig?

Argumentative Texte

  • Ist die These klar erkennbar?
  • Welches Argument hat mich am meisten überzeugt? Welches am wenigsten?
  • Werden Gegenargumente berücksichtigt?

Sachtexte

  • Habe ich das Thema nach dem Lesen verstanden?
  • Gibt es Fachbegriffe, die nicht erklärt werden?
  • Ist die Struktur logisch?

Die goldenen Feedbackregeln

  1. Ich-Botschaften: „Ich habe an dieser Stelle…” statt „Du hast hier…”
  2. Konkret: Auf bestimmte Textstellen beziehen
  3. Konstruktiv: Nicht nur benennen, was fehlt, sondern Ideen anbieten
  4. Respektvoll: Der Text gehört dem Autor — er/sie entscheidet über Änderungen

KI als Ergänzung (nach der Konferenz)

Nach der Überarbeitung dürfen Schüler ihren Text durch ein KI-Korrekturtool laufen lassen. Abschliessende Reflexion: „Was hat die KI gefunden, was meine Feedbackpartner nicht bemerkt haben — und umgekehrt?”

Schlagwörter

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