Mittelstufe Komplexaufgabe 15 Punkte ~25 Min. Natur & Technik

Doppelspaltexperiment: Wellenlängenbestimmung mit Laserlicht

Aufgabenstellung

Monochromatisches Laserlicht fällt auf einen Doppelspalt mit dem Spaltabstand d=0,20  mmd = 0{,}20\;\text{mm}. Auf einem Schirm im Abstand a=3,0  ma = 3{,}0\;\text{m} hinter dem Doppelspalt werden Interferenzstreifen beobachtet. Der Abstand zwischen dem zentralen Maximum und dem ersten Nebenmaximum beträgt Δy=9,5  mm\Delta y = 9{,}5\;\text{mm}.

  • (a) Bestimmen Sie die Wellenlänge des verwendeten Laserlichts. (4 BE)
  • (b) Der Spaltabstand wird auf d=0,10  mmd' = 0{,}10\;\text{mm} halbiert. Beschreiben Sie qualitativ, wie sich das Interferenzmuster ändert. (3 BE)
  • (c) Das Laserlicht wird durch eine Glühlampe mit Rotfilter ersetzt. Erklären Sie, warum das Interferenzmuster weniger scharf wird. (4 BE)
  • (d) Der Versuch wird mit Ultraschall (f=40  kHzf = 40\;\text{kHz}, c=340  msc = 340\;\frac{\text{m}}{\text{s}}) an einem Doppelspalt wiederholt. Berechnen Sie die Wellenlänge des Ultraschalls und geben Sie einen geeigneten Spaltabstand an. (4 BE)

Lösungsweg

Schritt 1: Wellenlänge des Laserlichts (a)

Für die Lage der Maxima beim Doppelspalt gilt die Bedingung:

dsin(α)=nλd \cdot \sin(\alpha) = n \cdot \lambda

Bei kleinen Winkeln (Kleinwinkelnäherung sin(α)tan(α)=Δya\sin(\alpha) \approx \tan(\alpha) = \frac{\Delta y}{a}) ergibt sich für das erste Maximum (n=1n = 1):

λ=dΔya\lambda = \frac{d \cdot \Delta y}{a}

Einsetzen der Werte:

λ=0,20103  m9,5103  m3,0  m\lambda = \frac{0{,}20 \cdot 10^{-3}\;\text{m} \cdot 9{,}5 \cdot 10^{-3}\;\text{m}}{3{,}0\;\text{m}}

λ=1,901063,0  m=6,33107  m633  nm\lambda = \frac{1{,}90 \cdot 10^{-6}}{3{,}0}\;\text{m} = 6{,}33 \cdot 10^{-7}\;\text{m} \approx 633\;\text{nm}

λ633  nm (rotes Laserlicht, typisch fu¨r He-Ne-Laser)\boxed{\lambda \approx 633\;\text{nm} \text{ (rotes Laserlicht, typisch für He-Ne-Laser)}}

Schritt 2: Halbierung des Spaltabstands (b)

Aus der Formel Δy=aλd\Delta y = \frac{a \cdot \lambda}{d} erkennt man, dass der Abstand der Maxima umgekehrt proportional zum Spaltabstand dd ist.

Bei Halbierung des Spaltabstands (d=d2d' = \frac{d}{2}) ergibt sich:

Δy=aλd=aλd2=2aλd=2Δy\Delta y' = \frac{a \cdot \lambda}{d'} = \frac{a \cdot \lambda}{\frac{d}{2}} = 2 \cdot \frac{a \cdot \lambda}{d} = 2 \cdot \Delta y

Das Interferenzmuster ändert sich wie folgt:

  1. Die Abstände zwischen den Maxima verdoppeln sich — die hellen Streifen rücken weiter auseinander.
  2. Die Maxima werden breiter, da die Interferenzstreifen insgesamt aufgeweitet werden.
  3. Die Intensität der Maxima bleibt qualitativ erhalten, das Muster wird jedoch etwas weniger kontrastreich.

Die Interferenzstreifen verdoppeln ihren Abstand — das Muster wird aufgeweitet\boxed{\text{Die Interferenzstreifen verdoppeln ihren Abstand — das Muster wird aufgeweitet}}

Schritt 3: Glühlampe statt Laser (c)

Das Interferenzmuster wird aus mehreren Gründen weniger scharf:

  1. Zeitliche Kohärenz: Ein Laser emittiert Licht mit einer exakt definierten Wellenlänge (hohe monochromatische Reinheit). Eine Glühlampe mit Rotfilter lässt dagegen einen Wellenlängenbereich durch (z. B. Δλ50  nm\Delta\lambda \approx 50\;\text{nm}). Jede Wellenlänge erzeugt ihr eigenes Interferenzmuster mit leicht unterschiedlichen Streifenabständen. Die Überlagerung führt zu verwischten Maxima — besonders bei höheren Ordnungen.

  2. Räumliche Kohärenz: Der Laser ist eine nahezu punktförmige, gerichtete Lichtquelle. Die Glühlampe ist eine ausgedehnte Lichtquelle, bei der verschiedene Punkte der Quelle leicht unterschiedliche Interferenzmuster erzeugen. Diese überlagern sich und reduzieren den Kontrast (Sichtbarkeit) der Streifen.

  3. Bei höheren Ordnungen (n>1n > 1) verschwinden die Streifen vollständig, da die verschiedenen Wellenlängen dort zu destruktiver Überlagerung führen.

Breiteres Spektrum (geringe Koha¨renz) → Maxima verschwimmen, besonders bei ho¨heren Ordnungen\boxed{\text{Breiteres Spektrum (geringe Kohärenz) → Maxima verschwimmen, besonders bei höheren Ordnungen}}

Schritt 4: Ultraschall am Doppelspalt (d)

Berechnung der Wellenlänge des Ultraschalls:

λUS=cf=340  ms40  kHz=34040000  m=8,5103  m=8,5  mm\lambda_{\text{US}} = \frac{c}{f} = \frac{340\;\frac{\text{m}}{\text{s}}}{40\;\text{kHz}} = \frac{340}{40\,000}\;\text{m} = 8{,}5 \cdot 10^{-3}\;\text{m} = 8{,}5\;\text{mm}

Für deutliche Interferenz muss der Spaltabstand in der Größenordnung der Wellenlänge liegen bzw. ein kleines Vielfaches davon betragen. Ein geeigneter Spaltabstand wäre:

dUS2λ bis 5λ17  mm bis 43  mmd_{\text{US}} \approx 2\lambda \text{ bis } 5\lambda \approx 17\;\text{mm} \text{ bis } 43\;\text{mm}

Ein typischer Wert wäre dUS25  mmd_{\text{US}} \approx 25\;\text{mm}.

Vergleich mit dem optischen Versuch: Die Wellenlänge des Ultraschalls ist um den Faktor 8,5  mm633  nm13400\frac{8{,}5\;\text{mm}}{633\;\text{nm}} \approx 13\,400 größer als die des Laserlichts. Entsprechend muss der Spaltabstand um denselben Faktor vergrößert werden, um vergleichbare Beugungswinkel zu erhalten.

λUS=8,5  mm;dUS25  mm\boxed{\lambda_{\text{US}} = 8{,}5\;\text{mm};\quad d_{\text{US}} \approx 25\;\text{mm}}

Ergebnis

FrageAntwort
Wellenlänge Laserλ633  nm\lambda \approx 633\;\text{nm} (rotes Licht)
Halbierter SpaltabstandStreifenabstand verdoppelt sich
Glühlampe statt LaserMuster unschärfer durch geringe Kohärenz
Ultraschall-WellenlängeλUS=8,5  mm\lambda_{\text{US}} = 8{,}5\;\text{mm}
Spaltabstand UltraschalldUS25  mmd_{\text{US}} \approx 25\;\text{mm}

Schlagwörter

doppelspaltinterferenzwellenlaengewellenoptik