Eine Photokathode aus Cäsium (Austrittsarbeit WA=2,14eV) wird mit monochromatischem Licht der Wellenlänge λ=400nm bestrahlt.
- (a) Berechnen Sie die Energie eines Photons dieser Wellenlänge. (3 BE)
- (b) Bestimmen Sie die maximale kinetische Energie der ausgelösten Elektronen. (3 BE)
- (c) Berechnen Sie die Grenzwellenlänge, unterhalb derer der Fotoeffekt bei Cäsium auftritt. (4 BE)
- (d) Bei der Gegenfeldmethode wird eine Gegenspannung UG angelegt, die die schnellsten Elektronen gerade abbremst. Leiten Sie den Zusammenhang zwischen UG und der Lichtfrequenz f her und beschreiben Sie das Diagramm UG(f). (5 BE)
Die Energie eines Photons berechnet sich aus:
EPh=λh⋅c
Mit den Konstanten h=6,626⋅10−34J\cdotps und c=3,00⋅108sm:
EPh=400⋅10−96,626⋅10−34⋅3,00⋅108J
EPh=4,00⋅10−71,988⋅10−25J=4,969⋅10−19J
Umrechnung in Elektronenvolt (1eV=1,602⋅10−19J):
EPh=1,602⋅10−194,969⋅10−19eV=3,10eV
EPh=4,97⋅10−19J≈3,10eV
Nach der Einsteinschen Gleichung des Fotoeffekts gilt:
Ekin,max=EPh−WA=h⋅f−WA
Die gesamte Energie des Photons wird auf das Elektron übertragen. Ein Teil davon wird benötigt, um die Austrittsarbeit WA zu überwinden (Bindungsenergie des Elektrons im Metall). Der Rest steht als kinetische Energie zur Verfügung.
Ekin,max=3,10eV−2,14eV=0,96eV
Umrechnung in Joule:
Ekin,max=0,96⋅1,602⋅10−19J=1,54⋅10−19J
Hinweis: Dies ist die maximale kinetische Energie — sie gilt für Elektronen direkt an der Oberfläche. Elektronen aus tieferen Schichten verlieren zusätzlich Energie durch Stöße und haben eine geringere kinetische Energie.
Ekin,max=0,96eV=1,54⋅10−19J
Die Grenzwellenlänge λgrenz ist die maximale Wellenlänge, bei der der Fotoeffekt gerade noch auftritt. An der Grenze gilt Ekin,max=0, d. h. die gesamte Photonenenergie wird für die Austrittsarbeit benötigt:
EPh=WA⇒λgrenzh⋅c=WA
λgrenz=WAh⋅c
Umrechnung der Austrittsarbeit in Joule:
WA=2,14eV=2,14⋅1,602⋅10−19J=3,428⋅10−19J
λgrenz=3,428⋅10−196,626⋅10−34⋅3,00⋅108m
λgrenz=3,428⋅10−191,988⋅10−25m=5,80⋅10−7m
λgrenz=580nm (gelbes Licht)
Interpretation: Licht mit λ>580nm (z. B. oranges oder rotes Licht) kann bei Cäsium keinen Fotoeffekt auslösen, da die Photonenenergie kleiner als die Austrittsarbeit ist. Licht mit λ<580nm (grün, blau, violett, UV) löst den Fotoeffekt aus.
Die Grenzfrequenz beträgt:
fgrenz=λgrenzc=5,80⋅10−73,00⋅108Hz=5,17⋅1014Hz
Bei der Gegenfeldmethode wird zwischen Kathode und Anode eine Gegenspannung UG angelegt, die die ausgelösten Elektronen abbremst. Die Spannung wird so eingestellt, dass selbst die schnellsten Elektronen die Anode gerade nicht mehr erreichen.
Herleitung: An der Grenze gilt Energieerhaltung — die kinetische Energie wird vollständig in potentielle Energie im elektrischen Feld umgewandelt:
e⋅UG=Ekin,max
Mit der Einsteinschen Gleichung:
e⋅UG=h⋅f−WA
Auflösen nach UG:
UG=eh⋅f−eWA
Dies ist eine lineare Funktion von f der Form UG(f)=m⋅f+b mit:
- Steigung: m=eh=1,602⋅10−196,626⋅10−34=4,14⋅10−15HzV=4,14⋅10−15V\cdotps
- y-Achsenabschnitt: b=−eWA=−2,14V
- Nullstelle (UG=0): bei der Grenzfrequenz fgrenz=hWA=5,17⋅1014Hz
Beschreibung des Diagramms UG(f):
Das Diagramm zeigt eine Gerade mit positiver Steigung:
- Für f<fgrenz findet kein Fotoeffekt statt — es gibt keine Messwerte (UG ist nicht definiert).
- Bei f=fgrenz=5,17⋅1014Hz beginnt die Gerade bei UG=0V — die Elektronen werden gerade noch ausgelöst, haben aber keine kinetische Energie.
- Für f>fgrenz steigt UG linear an. Höhere Frequenz bedeutet energiereichere Photonen und damit schnellere Elektronen, die eine größere Gegenspannung erfordern.
- Die Steigung der Geraden beträgt eh und ist materialunabhängig — sie ist für alle Kathodenmaterialien gleich. Dies war ein entscheidender Beleg für Einsteins Lichtquantenhypothese.
- Der y-Achsenabschnitt −eWA ist materialabhängig und erlaubt die Bestimmung der Austrittsarbeit.
Für das verwendete Licht (λ=400nm, f=7,50⋅1014Hz):
UG=e0,96eV=0,96V
UG=eh⋅f−eWA — lineare Gerade, Steigung eh, Nullstelle bei fgrenz
| Frage | Antwort |
|---|
| Photonenenergie (400nm) | E=3,10eV |
| Max. kinetische Energie | Ekin,max=0,96eV |
| Grenzwellenlänge Cäsium | λgrenz=580nm (gelbes Licht) |
| Gegenfeldmethode | UG=eh⋅f−eWA; Gerade mit Steigung eh |
| Gegenspannung bei 400nm | UG=0,96V |